„Memory Cloth“ ist ein Textilworkshop, der dazu einlädt, Fragmente der eigenen Geschichte in einen bewussten Akt der Erinnerung zu verwandeln. Die Teilnehmer*innen arbeiten mit Stoffstücken, die persönliche Erinnerungen in sich tragen – geerbte Textilien oder vom Zahn der Zeit gezeichnete Materialien – und gestalten daraus ein eigenes, von Bojagi inspiriertes „Erinnerungstuch“. Eine Auswahl an Stoffen wird zur Verfügung gestellt.
Mithilfe der traditionellen koreanischen Patchwork-Technik Jogakbo nähen die Teilnehmer*innen ihre ausgewählten Fragmente von Hand zu einem neuen Textil zusammen. Durch die langsamen, rhythmischen Bewegungen des Nähens verbinden sich einzelne Stoffreste zu einem Tuch, das sowohl Abwesenheit als auch Präsenz in sich trägt. Jede Naht wird zu einem Akt der Fürsorge, jedes Stück Stoff zu einem Träger von Geschichten.
Obwohl jeder Teilnehmerin ein individuelles Tuch gestaltet, findet der Prozess in gemeinschaftlicher Atmosphäre statt. Der Workshop schafft einen achtsamen Raum für Reflexion, stille Verbundenheit und – wenn gewünscht – den Austausch von Erinnerungen und Trauererfahrungen.
Das entstandene Erinnerungstuch fungiert sowohl als Objekt als auch als Symbol: als textiler Behälter für wertvolle Gegenstände, als Begleiter kleiner Rituale der Erinnerung oder als ästhetisches Element im eigenen Zuhause.
Dörte Bundt ist seit über zehn Jahren international als Dozentin im textilen Bereich tätig. Nach ihrer Ausbildung zur Schmuckdesignerin in Sydney vertiefte sie ab 2015 autodidaktisch ihre Praxis in Makramee, Weben, Jogakbo und pflanzlichem Färben. Ihre Arbeit wurde im Rahmen von Ausstellungen, Workshops und Kunstresidenzen unter anderem in Mexiko, Italien, der Schweiz, Montenegro, den USA und Deutschland präsentiert.



